„Wie sprechen Sie miteinander, Frau Professorin und Herr Bischof?“
22. April 2026, 19 Uhr
Sie ist eine der liberalsten Medizinethikerinnen Deutschlands, er repräsentiert als Bischof von Speyer eine durchaus konservative Institution. Beide pflegen von jeher einen offenen, wertschätzenden Austausch: Frau Prof. Dr. Claudia Wiesemann und ihr Bruder Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Ein Gespräch darüber, wie man in unterschiedlichen Welten zuhause sein und auf Augenhöhe mit divergierenden Ansichten umgehen kann.
In politischen, gesellschaftlichen und ethischen Fragen liegen die Ansichten in unserer Gesellschaft oft weit auseinander. Gleichzeitig erschwert die aktuelle mediale Aufladung den Austausch. Der aber ist nötig in einer Demokratie und unabdingbar für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Ein Gespräch über Unterschiede, Annäherungen und Gemeinsamkeiten.

Claudia Wiesemann

Karl-Heinz Wiesemann
Geschwisterpaar nimmt Stellung zu ethischen Fragen
Die Medizinethikerin und ihr Bruder, der Bischof von Speyer, stellten sich im Fürstensaal den großen ethischen Fragen: Intersexualität, Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch.
„An der Hand eines Menschen, nicht durch seine Hand zu sterben, muss das Ziel sein“, sagt der Theologe. Seiner Schwester, die beschäftigte, wie ihre Position zu Schwangerschaftsabbrüchen ihrem Bruder schaden könnte, stärkte er den Rücken: „Du hast das gut überlegt, jetzt musst du das machen.“
Die Professorin plädierte nicht für einfache Antworten, sondern für Empathie und offenen Dialog – auch dort, wo die Positionen weit auseinanderliegen.
BNN, 24. April 2026











