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2020

Dr. Bertold Moos-Preis

How Do Intelligent Machines See the World? Breaking the Black Box and Designing Tools for a Transparent AI

Der Wissenschaftspreis 2020 würdigte einen hochinnovativen Forschungsansatz, der sich einer der größten Herausforderungen der digitalen Gegenwart widmet: der Künstlichen Intelligenz (KI). Das prämierte Team der HfG Karlsruhe geht dabei von einer problematischen Kluft aus: Während KI-Systeme unseren Alltag zunehmend beeinflussen, bleibt ihre Funktionsweise selbst für Experten oft eine undurchschaubare „Black Box“. Wie also kann es gelingen, diese Komplexität aufzubrechen und die Technologie für eine breite Öffentlichkeit verständlich und diskutierbar zu machen?

Die wissenschaftliche Bedeutung des Projekts liegt in seinem medienphilosophischen und zugleich gestalterischen Ansatz. Anstatt die mathematische Komplexität von KI als unüberwindbare Hürde zu akzeptieren, entwickelt die Forschungsgruppe KIM konkrete Werkzeuge und Visualisierungen, um das „Innenleben“ intelligenter Maschinen sichtbar zu machen. Indem die Forscher die Perspektive der Maschinen – also die Art, wie diese die Welt „sehen“ – nachvollziehbar machen, schaffen sie eine völlig neue Grundlage für die kritische Analyse und das Verständnis von Algorithmen.

Von höchster gesellschaftlicher Relevanz ist diese Arbeit, weil sie die Mündigkeit der Zivilgesellschaft im digitalen Zeitalter stärkt. Wie die Jury in ihrer Begründung betonte, ist Transparenz eine unabdingbare Voraussetzung, um die Chancen und Risiken von KI offen diskutieren zu können. Nur wenn die Gesellschaft „sprech- und kritikfähig“ bleibt, kann sie demokratisch über den Einsatz dieser Technologien mitentscheiden und einer reinen Expertenherrschaft entgegenwirken. Das Projekt leistet somit einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Aufklärung.

Ein besonderes Merkmal des Projekts ist seine Verankerung an der Hochschule für Gestaltung, die eine einzigartige Verbindung von kritischer Theorie, Medienphilosophie und praktischer Gestaltung ermöglicht. Die Forschungsgruppe KIM beweist damit eindrucksvoll, wie geisteswissenschaftliche Ansätze unverzichtbare Werkzeuge liefern können, um die technologischen Umwälzungen unserer Zeit nicht nur zu analysieren, sondern aktiv mitzugestalten. Der Preis unterstreicht die Bedeutung dieses wichtigen Brückenschlags.

Preisträger

Die Forschungsgruppe „Künstliche Intelligenz und Medienphilosophie (KIM)“ der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, vertreten durch:

Prof. Dr. Matteo Pasquinelli

Initiator der Forschungsgruppe und Leiter des prämierten Projekts.