2024
Heinrich-Wiemer-Preis
Ein auswahl-basierter Ansatz zur Messung von Inflationserwartungen
Der Wissenschaftspreis 2024 würdigte eine hochinnovative Forschungsarbeit, die sich einer zentralen und schwer greifbaren Größe der Volkswirtschaftslehre widmet: den Erwartungen. Die prämierte Arbeit der Heidelberger und Frankfurter Forscher stellt sich der fundamentalen Frage, wie die künftigen Inflationserwartungen von Konsumenten und Produzenten verlässlich gemessen werden können. Diese Erwartungen sind entscheidend für die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung, ließen sich bisher aber nur unzureichend präzise erfassen.
Die wissenschaftliche Bedeutung des Projekts liegt in der Entwicklung eines völlig neuen, auswahl-basierten Messverfahrens. Anstatt auf herkömmliche Umfragemethoden zu setzen, hat das Team ein mathematisches Modell konzipiert, das es erlaubt, die Erwartungen der Menschen deutlich genauer und differenzierter zu analysieren. Wie der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Roland Schäfer, betonte, stellt dieser methodische Durchbruch eine signifikante Verfeinerung der volkswirtschaftlichen Analyseinstrumente dar.
Von höchster gesellschaftlicher Relevanz ist diese Forschung, da präzise Daten über Inflationserwartungen für Zentralbanken und die Politik unerlässlich sind, um die Preisstabilität zu sichern und die Wirtschaft effektiv zu steuern. Ein besseres Verständnis dieser Erwartungen hilft, wirtschaftliche Entwicklungen treffsicherer vorherzusagen und die richtigen geldpolitischen Maßnahmen zu ergreifen. Letztlich trägt die Arbeit dazu bei, die wirtschaftliche Stabilität zu erhöhen, von der alle Bürgerinnen und Bürger profitieren.
Ein besonderes Merkmal der Arbeit ist die beispielhafte Kooperation zwischen universitärer Spitzenforschung und der praxisorientierten Expertise einer Zentralbank. Diese enge Verbindung von Theorie und Anwendung gewährleistet, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt in die realwirtschaftliche Analyse einfließen können. Damit verkörpert das Projekt in idealer Weise den Anspruch der Stiftung, Forschung zu fördern, die einen konkreten und nachhaltigen Nutzen für die Gesellschaft schafft.
Preisträger*innen
Eine Forschungsgruppe des Alfred-Weber-Instituts der Universität Heidelberg und der Deutschen Bundesbank, bestehend aus:
Prof. Dr. Stefan Trautmann
Dr. Pascal Kieren
Dr. Olga Goldfayn-Frank
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