Was ist der Mensch? Die Gretchenfrage unserer Zeit
21. Mai 2025, 19 Uhr
Nicht nur im Nahen Osten musste die Welt in den zurückliegenden Monaten schrecklichste Dinge erleben, auch im Herzen Europas scheinen die Grundlagen einer humanen Zivilisation immer brüchiger zu werden. Eine Rückbesinnung auf die unantastbare Würde eines jeden Menschen und ein Entlarven und Widerstehen gegen jegliche Formen der Dehumanisierung sind das Gebot der Stunde.
Wie ausgerechnet die abrahamitischen Religionen und hier besonders das christliche Mönchtum mit seiner Berufung zur Gottsuche eine sehr wertvolle Ressource sein können, auch für religiös Unmusikalische, will Abt Nikodemus Schnabel aufzeigen.

Abt Nikodemus Claudius Schnabel
„Ich bin weder pro Israel noch pro Palästinenser, ich bin pro Mensch“, bekannte Abt Nikodemus Schnabel von der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg beim Bruchsaler Schlossgespräch. Er räumte auf mit dem Begriff der Staatsräson: „Staatsräson ist ein zynischer, vergifteter Begriff von Demokratieverächtern, der besagt, dass Recht und Moral zurücktreten müssen, wenn es den Machthabern nützt.“
Die Würde des Menschen sei vorstaatlich gegeben und nicht verhandelbar: „Ein Mensch verliert niemals seine Würde, auch wenn er monströse Taten vollbringt.“ Bei einer Trauerfeier in Jerusalem für vier beim Hamas-Überfall getötete Philippinos habe die erste Fürbitte den Tätern gegolten. „Das sind Momente, die unter die Haut gehen.“
BNN, 23. Mai 2025
„Ich bin nicht pro Palästina und nicht pro Israel. Ich bin pro Mensch“, stellte Abt Nikodemus Schnabel beim Bruchsaler Schlossgespräch klar. Der Benediktiner lebt mit seiner Gemeinschaft auf dem Zionsberg in Jerusalem – mitten im Konflikt. Wirklich heilig seien nicht Fahnen oder Hymnen, sondern allein „der Mensch in seiner Würde“. Denn: „Jeder Mensch ist nach dem Bild Gottes erschaffen. Da gibt es für mich kein Aber.“
Bei einem Requiem für vier beim Hamas-Massaker ermordete Philippinos habe die erste Fürbitte den Terroristen gegolten. „Es war ein Gebet für die Täter“, so der Abt – „Feindesliebe ganz konkret, jenseits der eigenen Blase.“
Konradsblatt 22/2025








